Oberdorf mit klarem Ziel vor Augen

Was passiert eigentlich, wenn die neue Heizperiode anfängt, aber die Heizung noch nicht fertig gestellt ist? Dieses Szenario mag sich wohl kaum einer ausmalen. Die Oberdorfer müssen sich darüber auch keine Gedanken mehr machen: pünktlich zur neuen Heizperiode haben sie ihr Nahwärmenetz fertiggestellt.

Bereits 2014 wurden erste Überlegungen für eine Hackschnitzelheizung und das gemeinsame Beheizen des Dorfes angestellt.  Am Dorfstammtisch machte die Idee ihre Runde und schon bald waren mehrere Haushalte interessiert an der Wärme aus der Nahwärmeleitung. Das war der Beginn zur Gründung der „Oberdorfer Heizwerk Thalmässing UG & Co. KG“, einer haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft, die Friedrich Mossner als Geschäftsführer betreut.

Heizhaus Oberdorf

Gemeinsame Heizanlage – eine Utopie?

Dem öffentlichen Wohl verpflichtet, schaltete sich auch die Gemeinde Thalmässing mit dem immer größer werdenden Interesse der Bürger ein und gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Doch das Ergebnis der Studie war nicht wie erwartet: hohe Investitions- und Betriebskosten ließen erahnen, dass sich die Anlage nicht rechnen würde. Doch die Oberdorfer ließen sich davon nicht abschrecken und beauftragten die Firma ENERPIPE sich dem Projekt anzunehmen und weitere Kalkulationen anzustellen.

Ohne Gemeinde - aber mit viel Zusammenhalt!

Der Ausstieg der Gemeinde aufgrund der prognostizierten Unwirtschaftlichkeit war ein Dämpfer für das Projekt. Mit erneuten Berechnungen und der innovativen Sommerschaltung der ENERPIPE GmbH wurden die Kosten erneut berechnet und somit herausgestellt: das Projekt rechnet sich! „Mit einer Förderung von rund 110 000 Euro für Rohrleitungsmeter und Übergabestationen kommt die Kilowattstunde nun noch günstiger - und das um fast 50 Prozent gegenüber Heizöl!“, so Friedrich Mossner.

Muffe ENERPIPE

Regenerativer Rohstoff – regionale Wärme!

Mit den regionalen Hackschnitzeln kann nun auch regionale Wärme entstehen. Die Oberdorfer müssen nun nicht mehr Heizöl einkaufen, welches die halbe Welt umrundet hat, bevor es in dem kleinen Dorf im Landkreis Roth Wärme liefern kann, sondern erhalten Hackschnitzel direkt aus dem Wald in und um Oberdorf. Die 15 angeschlossenen Haushalte sind stolz darauf ihren Beitrag zur Einsparung von Heizöl und CO2 geleistet zu haben.

Fazit von Friedrich Mossner: „Bei so großen Investitionen ist man immer beunruhigt, nicht dass noch etwas Unvorhergesehenes die Kosten nach oben treibt, doch die Kalkulationen von ENERPIPE haben fast genau gestimmt“

Rohrsofa ENERPIPE

Projektdaten

Trassenlänge: 734 m FibreFLEX

Zentraler Pufferspeicher: 10.000 l

Dezentrale Pufferspeicher: 12.800 l

Anschlussnehmer: 15

Hackschnitzelkessel: 2 x 130 kW

Wärmeabnahme: 423.300 kWh

Bei diesem Projekt wurde diese(s) Produkt(e) verwendet:

Bei allgemeinen Fragen oder Fragen zu diesem Projekt
und den darin verwendeten Produkten dürfen Sie mich
jederzeit gerne kontaktieren. Ich freue mich auf Sie.
Christoph Bachmann
Projektleitung