In Alfershausen beginnt eine neue Heizära mit erneuerbaren Energien

Seit Oktober werden 17 Häuser in Alfershausen von der Holzenergie Durst mit Nahwärme versorgt.

„Die Initialzündung für das Wärmenetz kam vom Kirchenvorstand. Das alte Schulhaus, das jetzt als Dorfgemeinschaftshaus dient,  brauchte eine neue Heizung“, erinnert sich Mathias Durst, der zusammen mit seiner Ehefrau Sandra das Netz betreibt.  Als Forstunternehmer hatte er schon lange mit Holz geheizt  und nach 25 Jahren sollte jetzt auch seine Hackschnitzelheizung ausgetauscht werden. 

 

Mit vereinten Kräften zur einer nachhaltigen Wärme

Schnell sprach sich im Dorf die Idee von einem Nahwärmenetz herum. Nach einer Infoveranstaltung des Wärmenetzexperten ENERPIPE im Gasthof Winkler für die Interessenten waren tatsächlich alle davon überzeugt, von den fossilen Energien zu erneuerbaren Energien zu wechseln. Unter den 17 Anschlussnehmern sind auch größere Anwesen wie das Gasthaus Winkler, Landtechnik Wissinger, das Pfarrhaus und das Dorfgemeinschaftshaus.

Für das Ehepaar Durst war schnell klar, dass es Planung und Umsetzung des Netzes mit ansässigen Firmen bewerkstelligen will. Die Wertschöpfung sollte in der Region bleiben, ebenso wie das Holz aus heimischen Wäldern. Im Heizhaus steht ein großer Hackschnitzelkessel mit 400kW thermischer Leistung von Heizomat, daneben drei Pufferspeicher mit je 4000 Liter Fassungsvermögen von ENERIPE. Jeder Anschlussnehmer verfügt über einen 1000 Liter Pufferspeicher, um in Spitzenzeiten die Versorgungslücke ausgleichen zu können.

Eine Betriebssicherheit gibt die ENERPIPE „E-Control“ Visualisierung, damit kann vom Computer oder Handy aus jederzeit das Wärmenetz betrachtet und optimiert werden. Sebastian Blab, Ingenieur bei ENERPIPE, hat den Überblick über mehrere von ENERPIPE konzipierte Nahwärmenetze und resultiert, „Wenn der Betreiber nicht selbst schon eingreift bei Unregelmäßigkeiten im Netz, reicht ein Anruf bei mir, um wichtige Parameter einzusehen und bei Bedarf anzupassen. Dieses System ist einfach, schnell und sicher.“

Während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 wurden die isolierten Caldo-PEX Doppelrohre  in Eigenleistung verlegt. Lediglich für die Leitungsführung unter Straßen und Gebäuden hindurch mit einem Spülbohrgerät und Baggerarbeiten auf freier Flur holte man sich professionelle Hilfe. „Die Bauarbeiten machten unseren Hof kurzfristig zur Großbaustelle, aber jetzt ist alles geschafft!“ ist Sandra Durst erleichtert.

Geschafft haben die Alfershausener, dass durch die Einsparung von 43.000 Litern Heizöl eine erhebliche Belastung der CO2-Emissionen vermieden wird, nämlich 125 Tonnen  weniger CO2-Ausstoß im Jahr. Ein Nahwärmenetz mit Hackschnitzeln ist maßgeschneidert für eine nachhaltige  und zukunftsweisende Wärmeerzeugung.

 

Sandra und Mathias Durst im Heizhaus

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Florian Schroll
Projektberatung